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Bargeld-Abschaffung: Segen oder Fluch?

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Die Abschaffung des Bargelds scheint im vollen Gange zu sein: Nicht nur der 500 € Schein musste bereits daran glauben, einige andere europäische Staaten sind hier bereits weiter fortgeschritten, als wir es sind. Auch die Obergrenze von Barzahlungen ist in einigen europäischen Staaten bereits im unteren 4-stelligen Bereich. Was kommt als nächstes? Viele meinen: Die Abschaffung des Bargelds.

In den Medien wurde vor wenigen Wochen noch heftig hierüber diskutiert – heute scheint das Thema vergessen. Aber warum? Wir zeigen in unserem Beitrag mögliche Folgen einer Bargeld Abschaffung für die individuelle Freiheit jedes einzelnen Bürgers, sowie für die allgemeine Finanzwirtschaft.

Vorteile und Nachteile der Bargeld Abschaffung

Bereits heute bezahlen immer mehr Menschen mit Plastik: Egal ob EC-Karte oder Kreditkarte, Bargeld hat im täglichen Zahlungsverkehr bei weitem keine so große Ausprägung mehr wie noch vor einigen Jahren. Auch das sogenannte „mobile payment“, also das Bezahlen mit Hilfe von Smartphones, Smartwatches oder andere Wearables wird immer beliebter. Gerade die jüngeren Generationen etablieren diese neuen Trends des Bezahlens ohne Bargeld.

Befürworter der Bargeld Abschaffung führen immer wieder das Argument ins Feld, dass Deutschland auf Grund seiner hervorragenden Wirtschaftsleistung ein beliebter Platz für den Umschlag von Schwarzgeld für kriminelle Zwecke sei. Nachweisen lässt sich dies mit Zahlen jedoch nicht. Fraglich ist außerdem, ob Bargeld nicht einfach durch Ersatzwährungen – wie beispielsweise Gold – ersetzt werden würde, sollte diese Bezahlmöglichkeit im kriminellen Umfeld wegfallen.

Aber was würde eine komplette Abschaffung des Bargels bewirken? Hierüber sind sich selbst ausgewiesene Experten uneinig. Fakt ist, dass sämtliche Bezahlvorgänge vom Staat und von den Banken einsehbar und nachvollziehbar sind. Der Besuch im Bordell, die Flasche Sekt zum Geburtstag, das neue Auto – alles durchsichtig und völlig offen. Bei Bedarf könnte der Staat sogar Vermögen einfrieren. Zwar wäre dies rechtlich kaum möglich, die technischen Voraussetzungen wären jedoch definitiv gegeben.

Wem nützt eine Bargeld Abschaffung?

Das bringt uns zu der Frage: Wem würde eine Abschaffung des Bargeld-Verkehrs überhaupt nützen? Die Antwort ist ganz einfach: Den Banken. Diese könnten nun ohne Sorge vor einer möglichen Kapitalflucht ihre Geschäfte abwickeln. Eine Rücklagensicherung ohne bei Banken registrierte Vermögenswerte wäre kaum noch möglich. Gold, Platin oder andere sekundäre Währungsmittel könnten nicht mehr ohne Wissen der Banken und des Staates erworben werden.

Doch es kommt noch besser, zumindest für die Banken: Im Falle einer Banken- oder Finanzkrise wäre es den Bürgern nicht mehr möglich, Geld von den Banken abzuziehen. Einzelne Kredithäuser könnten lediglich befürchten, dass die Kunden die Bank wechseln. Dies wäre jedoch bei einem kompletten Finanzbeben ohnehin kaum möglich. Aber was passiert, wenn Hacker sich Zugang zu internen Bankanwendungen verschaffen? Oder wenn die Telekommunikation unterbrochen wird? Fragen über Fragen.

Letztendlich ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis das Bargeld abgeschafft wird, sollte es nicht gelingen, eine entsprechende Regelung im Grundgesetz zu verankern. In anderen Ländern, wie beispielsweise Österreich, wird dies bereits diskutiert. Außer Frage steht, dass eine Abschaffung des Bargelds nicht nur den Bürger unter Generalverdacht stellt, sondern auch ein empfindlicher Einschnitt in die persönliche Freiheit darstellt und aus diesem Grund nicht stattfinden darf.

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